Demokratie beginnt schon in der Schule

Schülervertreter setzen sich mit Entscheidungsprozessen auseinander

29 Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen – darunter auch die der Stemweder-Berg-Schule- trafen sich in Begleitung ihrer SV-Lehrer in Vlotho, um das notwendige Handwerkszeug für demokratische Mitwirkung in der Schule zu erhalten. Wie können die einzelnen Schülervertretungen vom Wissen und den Erfahrungen anderer Schulen profitieren? Wie kann erfolgreiche SV-Arbeit in der Praxis aussehen? Wie können realistische Wunschprojekte in der nahen Zukunft umgesetzt werden?

In einem dreitägigen Workshop entwickelten die Schülervertretungen unter Moderation von Anna Hartfiel und Jan Rakelmann (Stätte der Begegnung e. V.) im Rahmen einer Zukunftswerkstatt in einer ersten Phase Visionen einer idealen SV.  Dabei übernahmen die Jugendlichen fiktiv für ein Jahr die Leitung der Schule. Alles konnte realisiert werden, es waren genügend Mittel (Geld, Zeit, Experten) vorhanden und es gab keinerlei Beschränkungen – alles war möglich.  Die Ergebnisse wurden im Plenum präsentiert und diskutiert: Wasserspender im Foyer der Schule, freies WLAN, iPads für alle, einen klimafreundlichen Schulgarten, Hygienevorrichtungen wie Desinfektionsbehälter in Toilettenräumen usw. „Ich bin bisher total begeistert von diesem Seminar, weil es für die eigene SV-Arbeit sehr hilfreich ist, sich mit anderen Schulen auszutauschen. Da genügend Zeit vorhanden war, konnten wir uns auch mit unserer SV-Lehrerin ausgiebig darüber unterhalten, was an der eigenen Schule noch verbessert werden kann. Uns wurde klar, dass all das, was wir an unserer Schule haben, nicht selbstverständlich ist“, äußerten sich Pia Siekermann und Jennifer Hiebert, die als Schülersprecher der Stemweder-Bergt-Schule mit dabei waren.

Im Anschluss daran ging es an die Umsetzung der Visionen an der eigenen Schule. Dabei musste ein Konzept entwickelt werden, dass folgendes beinhaltet: Wer kümmert sich um was und wann? Welche Ansprechpartner braucht ihr, um euer Vorhaben umzusetzen? Wie sieht die Finanzierung aus? Am Ende dieser intensiven Phase entstanden gute brauchbare Konzepte. Spätestens im kommenden Schuljahr sollen die einzelnen Aktionen in den SVen der Schulen in den Fokus genommen werden. SV-Lehrerin Edda Graue freute sich über das Engagement der Jugendlichen sowie ihre Bereitschaft Mitverantwortung und Eigeninitiative zu entwickeln, wenn sie Aufgaben übertragen bekommen und ernst genommen werden.

Von links nach rechts: Annabel Maler, Victoria Yakovleva, Melanie Kästner, Tamila Uhlig, Karina Heckel, Clara Flothmeyer, unten Schülersprecherinnen Jennifer Hiebert und Pia Siekermann.

Im Planspiel Schulkonferenz“ wurde lebhaft über die Einrichtung eines Schulgartens und eines Gemeinschaftsraumes diskutiert. Die Schüler mussten einen entsprechenden Antrag formulieren, ihn in das Gremium einbringen und – wenn möglich – einen Beschluss fassen.

Melanie Kästner gefiel diese Arbeitsphase besonders gut: „Viele Sachen konnte ich nun aus einer ganz anderen Sicht kennen lernen. Wir Schüler wurden auch darin gestärkt, zu sagen, mit was wir noch weiter für die Schüler verbessern wollen. Mir wurde auch klar, dass es Wege gibt, machbare Wünsche zu verwirklichen.“

In einem Feedback am Ende der Veranstaltung sagten Tamila Uhlig und Viktoria Yokovleva: „Die drei Tage waren sehr lehrreich und wir gehen nun motiviert und mit einem festen Plan zurück zur Schule. Das Seminar war richtig gut – es war unglaublich bereichernd!“

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